Die Alte Nationalgalerie beherbergt die europaweit umfassendste Sammlung an Gemälden und Skulpturen des 19. Jahrhunderts, das sich als so genanntes "langes" Jahrhundert von der französischen Revolution bis zum Ersten Weltkrieg erstreckt. Es sind hier Gemälde sowohl auf textilen, als auch auf starren Bildträgern wie Massivholz, Sperrholz oder Pappe zu betreuen. Hinzu kommen die geschnitzten oder stuckierten, meist historischen Zierrahmen mit verschiedenen Metall- oder Farbfassungen. Die Sammlung der Skulpturen umfasst die Materialgruppen Stein, Bronze, Gips, Terracotta und Wachs.
Die Hauptaufgabe der Gemälderestaurierung besteht in der Sammlungspflege. Die ausgestellten Werke werden regelmäßig auf ihren Erhaltungszustand überprüft. Gleichzeitig wird der gesamte Bestand fortlaufend auf Restaurierungsbedarf untersucht und eine diesbezügliche Prioritätenliste erstellt. Die Restaurierungen werden nach modernsten konservatorischen Gesichtspunkten und teilweise in Zusammenarbeit mit den Hochschulen durchgeführt. Umfangreiche Restaurierungsprojekte wie zum Beispiel die Wiederverleimung einer Holztafel von Eduard Schleich führen nicht nur zu einer Bereicherung der Sammlung, sondern auch zu konservierungswissenschaftlichem Erkenntnisgewinn. Für naturwissenschaftliche Untersuchungen und Beprobungen steht das Rathgen-Forschungslabor zur Verfügung. Die Restaurierungsabteilung übernimmt darüber hinaus vielfältige Aufgaben im Rahmen des regen Leihverkehrs. Dies umfasst Tätigkeiten wie die Beurteilung der Transportfähigkeit angefragter Objekte, gegebenenfalls konservatorische Maßnahmen und vorbereitende Arbeitsschritte wie Neumontagen, Verglasungen und objektgerechte Verpackungen. Die Protokollerstellung erfolgt nach modernsten Gesichtspunkten. Im Zuge der Zustandsbeurteilungen wurde eine hausintern zugängliche Sperrliste erstellt. Wechselausstellungen, die im Museum selbst stattfinden, sowie externe Ausstellungskooperationen werden ebenfalls restauratorisch betreut.
Am 12. und 13. Dezember 2006 führte die Alte Nationalgalerie ein für die Restauratoren der Staatlichen Museen zu Berlin organisiertes Rißverklebungsseminar durch, das den modernsten Kenntnisstand vermittelte.
Die Restaurierungsabteilung bietet Praktikumsstellen sowie die Betreuung von Diplomarbeiten an, vorzugsweise in Zusammenhang mit praktischen Maßnahmen an einem Werk der Sammlung.
Allgemeine Informationen zur Restaurierung in den Staatlichen Museen zu Berlin
