Das Museum für Islamische Kunst auf der Berliner Museumsinsel präsentiert Meisterwerke aus den verschiedenen Ländern und unterschiedlichen Lebensbereichen der islamischen Kunst und Kultur vom 7. bis zum 19. Jahrhundert. Die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg führte zur örtlichen Trennung der zwei Werkstätten. Die Werkstatt für Textilrestaurierung befindet sich in den Museen Dahlem. Im Pergamonmuseum auf der Museumsinsel wird das Sammlungsgut aus allen weiteren Materialien restauriert.
Textilrestaurierung in Dahlem
Die Textilwerkstatt des Museums für Islamische Kunst betreut eine der umfangreichsten Teppich- und Textilsammlungen außerhalb des Orients. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Restaurierung von Knüpfteppichen und Flachgeweben des 15. bis 19. Jahrhunderts sowie der Konservierung einer Sammlung meist archäologischer Textilien.
Mit dem Neubau der Dahlemer Museen erhielt die Sammlung 1968 erstmals eine nach modernen Gesichtspunkten eingerichtete Werkstatt für Textilrestaurierung, die seit 1992 für sämtliche Teppiche und Textilien des wiedervereinigten Museums zuständig ist.
Hier konnten erstmals auch großformatige Teppiche restauriert werden. Die in Deutschland einzigartige Waschanlage von 40 Quadratmetern erlaubt die bewegungsfreie Nassreinigung fragiler textiler Kunstwerke, wie z. B. das Türkenzelt des Deutschen Historischen Museums in Berlin. Das hier eigens entwickelte System der Präsentation von Teppichen auf zerlegbaren Stahlrahmen wurde für andere Sammlungen richtungsweisend. So entschied sich 1972 das Türk ve Islam Eserleri Müzesi in Istanbul, seine Werkstatt nach dem Berliner Vorbild einzurichten. Neben der Sammlungsbetreuung und der Eingliederung umfangreicher Neuzugänge und Schenkungen der letzten Jahre liegt ein Hauptaugenmerk auf der Aus- und Fortbildung. Besonders die Zusammenarbeit mit Restauratoren aus dem islamischen Kulturkreis soll die Möglichkeit eröffnen, die so gewonnenen Kenntnisse in den Ursprungsländern der Sammlungsobjekte anzuwenden.
Restaurierung auf der Museumsinsel
Der betreute Sammlungsbestand der Restaurierungswerkstatt im Pergamonmuseum umfasst Kunstwerke aus den Materialien Holz, Stein, Stuck, Keramik, Metall, Elfenbein, Glas, Leder und Papier. Hauptaufgabe des Ateliers ist die konservatorische Betreuung der ausgestellten und magazinierten Werke. Dies beinhaltet die kontinuierliche Verbesserung der Aufbewahrungsbedingungen ebenso wie regelmäßige Pflege- und Reinigungsmaßnahmen in der Dauerausstellung. Restaurierungsbedürftige Kunstwerke werden nach modernsten Verfahren untersucht, analysiert, dokumentiert und restauriert, oft auch in Zusammenarbeit mit dem Rathgen-Forschungslabor und externen Forschungseinrichtungen. Schäden am Kunstwerk werden kartiert und geeignete Materialien zur Konservierung und Restaurierung ausgewählt. Alle Maßnahmen werden in Wort und Bild dokumentiert. Im Zusammenhang mit der geplanten Generalinstandsetzung des Pergamonmuseums fallen weitere Aufgaben an, u. a. Schutzmaßnahmen an den Hauptwerken während der Sanierungsarbeiten.
Ein Sonderprojekt ist die präventive Konservierung des umfangreichen Bestands islamischer Buchkunst. Zudem soll eine Sonderausstellung erstmals die Sammlung der Kunstwerke aus Holz vorstellen und neue kunstwissenschaftliche und restauratorisch-technologische Erkenntnisse präsentieren. Ein weiteres größeres Projekt ist die erstmalige technologische Erfassung der umfangreichen archäologischen Museumsbestände aus Samarra, der im heutigen Irak gelegenen Abbasiden-Residenz, im Zusammenhang mit einem internationalen Forschungsprojekt, das samarrafinds-Projekt. Von den Restaurierungsstudiengängen werden regelmäßig Praktikanten, Studenten und Diplomanden in der Werkstatt betreut. Dadurch wird das Interesse an der Konservierung von Islamischer Kunst gefördert. Eine Ausweitung der Zusammenarbeit und Weiterbildung für Restauratorenkollegen aus islamischen Ländern wird angestrebt.
Allgemeine Informationen zur Restaurierung in den Staatlichen Museen zu Berlin
