Pergamonmuseum
Do 11. April 2013, 09:00 Uhr - 18:00 Uhr
Workshop, Tagung für Erwachsene
Internationale wissenschaftliche Veranstaltung (in Englischer Sprache)
vom 11.4. - 12.4.2013
Unter dem Begriff "Grünes Museum" wird versucht, die Konservierungswissenschaft mit einer nachhaltigen Entwicklung für die Erhaltung von Kunst- und Kulturgut in Verbindung zu bringen. Dabei geht es um drei miteinander eng verbundene Problemstellungen: Zum einen die Konservierung, Erhaltung, also die möglichst umfassende Verlängerung der Lebenserwartung für unser kulturelles Erbe, zum zweiten um die finanziellen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen dafür und schließlich um die Energie- und Ressourcenfrage (Energieeffizienz, CO2-Bilanz). Im Sinne der Nachhaltigkeitsdebatte können diese drei Aspekte nur zusammen betrachtet und gewertet werden. Das "Grüne Museum" ist ein Museum, welches das Nachhaltigkeitskonzept in sein Programm, seine Aktivitäten und in seine physische Präsenz übernimmt.
Hier kommt dem konservierungswissenschaftlichen Programm eine besondere Verantwortung zu. Ein wichtiges Element der Nachhaltigkeit im Bereich der Museen und Denkmalpflege ist dabei die präventive Konservierung mit all seinen Elementen, u.a. den Problemfeldern Klima, Temperatur- und Feuchte, Licht, Schadstoffe etc. Das Berufsfeld von Konservierung und Konservierungswissenschaft (Heritage Science) hat sich seit der Gründung des Rathgen-Forschungslabors am 01. April 1888 als erstem Museumslabor der Welt in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich weiterentwickelt.
Die Britische "National Heritage Science Strategy Steering Group" hat eine Definition von "Heritage Science" vorgelegt, welche einerseits ausgezeichnet die synergetische Wechselwirkung zwischen Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften beschreibt und andererseits die gesellschaftliche Bedeutung der Kulturerbe-Forschung erkennt.
"Heritage science is a field of endeavour that bridges the divide between the humanities and the sciences. By using and developing science to understand, manage and communicate the human story expressed through landscape, buildings and artefacts, heritage science encourages the humanities and sciences to collaborate and strengthen each other" >> nhss.english-heritage.org.uk
Hier muss die Forschung ansetzen und gemeinsam in interdisziplinären Verbünden nach modernen Konzepten suchen, die sowohl mit dem Primat der Erhaltung des kulturellen Erbes als auch mit ökologischen und finanziellen Desideraten im Einklang stehen. Sie muss alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit, die Ökologie, die Ökonomie und die Gesellschaft integrieren, um gegenüber den immensen Herausforderungen der Zukunft zu bestehen.
Die internationale Konferenz, durchgeführt mit der Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), wird aus Anlass des 125. Jahrestags der Gründung des Forschungslabors der Berliner Museen abgehalten. Führende Konservierungswissenschaftler aus dem In- und Ausland werden in Fachvorträgen und Podiumsdiskussionen zu den folgenden Themen in englischer Sprache sprechen:
1. Die Umwelt begreifen | Understanding environments
Anpassen an und Steuern von Umweltparametern: Licht, Klimafaktoren, Klimawandel, Luftschadstoffe, Biozide und integrierte Schädlingsbekämpfung
2. Materialverhalten verstehen | Understanding material behaviour
Tafelmalerei, Staffelmalerei, Papier und Fotografie, moderne Materialien, inkl. bewegte Medien, Holz, poröse Baumaterialen, Wandmalerei, Metal, Glass, Textil, Materialzusammensetzungen, Komposite und Konservierungsmaterialien.
3. Die ökonomische und ökologische Dimension | The economic and ecologic dimension
Nachhaltigkeit als Schlüsselkonzept, Neu-Evaluierung eine Reihe von Arbeitsrichtlinien, Verbesserung der Arbeitspraxis - Kapazitäten und Fähigkeiten, Notfallplanung, Tourismus, Reaktion auf Diebstahl und illegalen Handel.
On the way to the Green Museum_first announcement.pdf
On the way to the Green Museum_second_announcement.pdf
Information
Sonja Tesche
s.tesche@smb.spk-berlin.de
Fax +49 (0)30 26642 7110
Fon +49 (0)30 26642 7100
Anmeldung:
Anmeldungen zu der Tagung mit oder ohne Beitrag sind ausdrücklich erwünscht. Die Tagungsgebühr beträgt € 150, für Studenten € 30. Die Gebühr deckt Informationsmaterial, Teilnahme an den Präsentationen sowie Kaffeepausen. Für Anmeldungen ab dem 15. Februar 2013 wird eine Gebühr von € 200 (Studenten € 50) erhoben. Plätze sind limitiert, frühes Buchen sichert Ihnen einen Platz und die vergünstigte Tagungsgebühr. Die genauen Anmeldungsmodalitäten und -fristen werden in Kürze bekannt gegeben.
Ort: Pergamonmuseum
Treffpunkt: Vortragssaal
Kosten: s. Information zur Anmeldung/Registration
Veranstalter:
Rathgen-Forschungslabor
Staatliche Museen zu Berlin