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Centre Pompidou, Paris
Wed 6 June - Mon 24 September 2012
Dem außerordentlichen Ereignis angemessen, wird die Ausstellung ca. 150 Gemälde aus allen Schaffensphasen dem Publikum zugänglich machen und mit einer pointierten Auswahl, die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entstanden ist, dieses thematisch wie stilistisch so facettenreiche künstlerische Œuvre vor Augen führen. Kanonisch gewordene Werke, darunter zahlreiche internationale Leihgaben, werden mit selten oder noch nie gezeigten Arbeiten kombiniert; zentrale Beispiele einer Schaffensphase oder Werkgruppe werden mit Einzelgängern und Vorweggriffen auf Späteres in Bezug gesetzt. In einer weitestgehend chronologisch strukturierten Ausstellungsdramaturgie wird das Zwiegespräch zwischen Abstraktion und Figuration als ein sich über alle Jahrzehnte fortsetzender Dialog deutlich werden; ein Dialog, der sich bereits im allerersten Gemälde aus Richters Werkkatalog, dem für die Ausstellung vorgesehenen Werk Tisch von 1962, ankündigt.
Die von dem Künstler vielseitig vorangetriebene Befragung des Mediums der Malerei führt - und auch dies will die Ausstellung zeigen - auf konsequente Weise zu ihrer Übertretung. Das Bild als Fläche, als Fenster, als Durchblick und Blickfeld leiten hinüber zu Richters Auseinandersetzung mit Spiegeln und Glasscheiben, in der die Frage nach der Möglichkeit von Repräsentation kulminiert. An diesem Punkt entsteht eine Korrespondenz ganz eigener Art, die auch im Rahmen der drei Ausstellungsstationen nur Berlin zuteil werden kann: Es ist der pointierte Dialog zwischen Werk und Raum, zwischen Richters Befragung des Bildes als Durchblick und Mies van der Rohes Verwischung der Grenze zwischen Innen und Außen. Richters Glasscheiben und gläserne Stellwände, wie auch seine in täuschendem Illusionismus gemalten Wolken- und Fensterbilder treten in einen beziehungsreichen und charmanten Dialog mit Mies van der Rohes auf Durchlässigkeit angelegten Architektur. Dieser Dialog soll durch eine spezifische Ausstellungsarchitektur unterstrichen werden, die die Werkpräsentation dramaturgisch strukturiert, mit dem Gebäude szenographisch verknüpft und den Betrachter in Form von Passagen durch die Ausstellung leitet und ihn dabei immer wieder auf Ausblicke stoßen lässt.
Die Relevanz von Gerhard Richters Ausstellung wird zusätzlich dadurch unterstrichen, dass sie in engster Kooperation mit der Tate Modern in London und dem Centre Pompidou in Paris erarbeitet wird, wobei sich die Berliner Station direkt an die Londoner Ausstellung anschließt um Gerhard Richter in Deutschland und in der Hauptstadt Berlin anlässlich seines Jubiläums die gebührenden offiziellen Ehren zu erweisen. Ohne Zweifel handelt es sich um ein Ausstellungsprojekt, das eine große öffentliche und mediale Präsenz finden wird, da sich das Werk des bekanntesten, einflussreichsten und populärsten deutschen Künstlers der Gegenwart mit der einzigartigen Architektur von Mies van der Rohes Glashalle der Neuen Nationalgalerie, dem sog. "Tempel der Moderne", zu einem ganz besonderen Ausstellungsereignis von hoher kulturpolitischer Bedeutung verbinden wird.
Presented by:
Neue Nationalgalerie
Centre Pompidou, Paris
Tate Modern, London