Jump to language menu, manin menu, main content
Logo of the Staatlichen Museen zu Berlin
Art Project
SMB digital

Some texts are currently available in German only. We apologize for any inconvenience.

Servicemenü

Hauptbereich

Alte Nationalgalerie, Kabinett
Fri 13 September - Sun 15 December 2002

Johann Friedrich Overbeck: Italia und Germania

Freundschaftsbilder und Freundschaftskult der Nazarener

In ihrem dritten Ausstellungsgeschoß zeigt die Alte Nationalgalerie eine Kabinettausstellung mit Johann Friedrich Overbecks Karton "Italia und Germania". Diese Vorarbeit zu Overbecks berühmtem gleichnamigen Gemälde - ein Hauptwerk der nazarenischen Romantik - war, als sie 1999 auftauchte, vollkommen unbekannt. Erst kürzlich, u.a. mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder und der Ernst von Siemens-Stiftung, erwarb die Graphische Sammlung München dieses Werk, das erstmals in Berlin zu sehen ist. Zur wesentlichen Ergänzung dieser Ausstellung stellte die Dresdener Galerie Neue Meister, trotz der schwierigen Situation nach dem Hochwasser, Theodor Rehbenitz' Kopie nach Overbecks Gemälde als Leihgabe zur Verfügung.

Overbecks Karton >Italia und Germania< entstand aus der produktiven und innigen Freundschaft mit dem Maler Franz Pforr. Beide Künstler waren sich 1806 an der Wiener Akademie begegnet und hatten sich 1808 gegenseitig Freundschaftsbilder versprochen: In Gestalt erdachter Bräute sollten 'Sulamith und Maria' ihre unterschiedlichen Kunstideale verkörpern. Pforr gab seinem Freundschaftsbild für Overbeck die Form eines altdeutschen Flügelaltärchens, welches Overbeck mit einer großformatigen, renaissancehaften Komposition beantwortete. Ab 1811 begann Overbeck mehrere Kartons zu zeichnen.

1812 unterbrach er jedoch, tief betroffen vom frühen Tod Pforrs, zunächst die Arbeit an seinen Kartons. Erst der Gemäldeauftrag durch den Frankfurter Verleger und Kunsthändler Friedrich Wenner bewirkte 1815 ein Wiederaufgreifen des Motivs. Dreizehn Jahre später, 1828, vollendete Overbeck das Gemälde, das die beiden Frauen in innigster Zuneigung und Verbundenheit zeigt. Während die Gestalt der rechts sitzenden Maria die altdeutsche Gesinnung Pforrs symbolisiert, verkörpert Sulamith links Overbecks Liebe zur italienischen Kunst. 1833 erwarb König Ludwig I. von Bayern das Gemälde und ließ es in der Königlichen Gemäldegalerie im Schloß Schleißheim ausstellen. Dort kopierte es Theodor Rehbenitz 1835.

Im Verlauf der mehr als ein Jahrzehnt währenden Schaffenszeit hatte sich für Overbeck die Bildidee von einem persönlichen in einen übergreifenden Sinn kultureller Verbundenheit gewandelt und er nannte das allegorische Freundschaftsbild nun "Italia und Germania".

Presented by:

Alte Nationalgalerie